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Inneres Kind


Mein Inneres Kind
Kennengelernt habe ich mein Inneres Kind im März 2005. Zuerst wollte ich mich überhaupt nicht mit diesem Thema beschäftigen. Zum einen weil ich nicht wirklich daran glaubte, dass darin ein Stück Heilung liegen kann, zum anderen weil es mir ganz einfach Angst machte. Aber bereits nach den ersten Kontakten stellte ich fest, dass mein Inneres Kind nicht gefährlich ist und ich keine Angst vor dem Kontakt haben muss.

Als ich das erste Innere Kind kennen lernte, ahnte ich noch nichts davon, dass in mir noch weitere Kinder wohnen und so beschäftigte ich mich immer nur mit dem einen. Irgendwann erfuhr ich von ihm, dass es gerade einmal 4 Jahre alt ist. Es war nicht immer leicht, den Kontakt aufrecht zu erhalten. Oft hab ich mein Inneres Kind tagelang gar nicht beachtet. Und dann hab ich mich wieder mit ihm beschäftigt. So war es ziemlich schwer Vertrauen aufzubauen und ich kann jetzt sagen, dass es mir schon ein großes Stück gelungen ist.

In den folgenden Jahren kamen so nach und nach immer mehr Innere Kinder / Anteile zum Vorschein. Einige von ihnen empfand ich zunächst als böse, bevor ich sie genauer kennen gelernt habe. Heute komme ich mit allen mehr oder weniger gut zurecht. Jeder hat seine Aufgabe, aber auch seine Probleme, Ängste, Sorgen. Sehr schön finde ich, dass alle in die Therapie mit einbezogen werden, dass jeder Einzelne wichtig ist. Denn es ist alles sehr viel komplexer, als ich das am Anfang gedacht hatte.

1. Brief an mein Inneres Kind
Hallo Du!

Ich weiß nicht, wie ich dich nennen soll, denn ich kenne dich ja gar nicht. Und doch bist du ein Teil von mir. Ich habe auch nie geglaubt, dass es dich gibt, doch jetzt möchte ich dich gern kennenlernen. Ich weiß jetzt, dass es dich gibt. Aber du bist mir total fremd. Ja, es macht mir sogar Angst, zu wissen, dass du da bist. Vielleicht, weil ich so wenig über dich weiß. Eigentlich weiß ich gar nichts über dich. Aber ich weiß jetzt, dass du da bist, auch wenn ich dich noch nicht persönlich kenne. Aber das soll sich jetzt ändern.

Zuerst einmal möchte ich mich bei dir entschuldigen, dass ich dich so lange ignoriert habe, dass ich nichts von dir wissen wollte. Es muss schrecklich für dich gewesen sein, so ganz allein, voller Angst, keinen zu haben, der dich tröstet, der dich mal in den Arm nimmt. Aber ich verspreche dir, ich werde ab jetzt immer für dich da sein. Ich will dich nie wieder allein lassen. Das habe ich lange genug getan.

Ich möchte gern wissen, was du denkst, was du fühlst, wie es dir geht. Möchte mit dir Freud und Leid teilen. Und ich werde auf dich aufpassen. Das verspreche ich dir. Es wird dir nie wieder jemand weh tun, es ist vorbei, ein für alle Mal. Du brauchst keine Angst mehr zu haben. Ich weiß nicht, ob du Vertrauen zu mir finden kannst, nachdem ich so lange nichts von dir wissen wollte. Es tut mir so leid. Vielleicht fangen wir beiden gemeinsam einfach neu an. Dennn ich möchte dich wahnsinnig gern kennen lernen und ab sofort immer da sein, wenn du mich brauchst.

Vielleicht kannst du mir verzeihen, vielleicht aber auch nicht. Aber gib mir wenigstens eine Chance, für dich da zu sein. Ich würde mich sehr freuen.

In Liebe

Christina


geschrieben am 26.03.05