Ein ganz normaler Sonntagnachmittag irgendwo in Deutschland. Sonja hat ihre Familie zum Kaffee eingeladen. Alle sind sie da - Mutter, Vater, Bruder und Schwester. Die Luft knistert vor Anspannung. Lange Zeit hat Sonja überlegt ob es richtig ist, was sie nun machen will, machen wird, machen muss. Aber nun gibt es kein Zurück mehr.
Zögernd beginnt sie: "Ihr wisst, dass es mir zurzeit nicht gut geht, dass ich Probleme habe. Aber warum, danach habt ihr nie gefragt". Sie schaut in die Runde, sieht aber nur fragende Blicke auf sich ruhen. "Damals, als ich klein war," fährt sie fort "da konnte ich nichts sagen. Und auch heute noch fällt es mir schwer, weil ich mich irgendwie noch immer klein fühle". Schweigen... Und dann bricht es in kurzen Knappen Worten aus ihr heraus: "Ich wurde missbraucht...".
So oder ähnlich könnte die Konfrontation mit der Familie aussehen. Aber nun, wo die Familie diese "Information" hat, wie wird sie damit umgehen? Und vor allem die wichtigste Frage: Wie wird sie mit dem Missbrauchsopfer umgehen? Gibt es Verständnis oder eher Ablehnung? Wird das, was erzählt wurde geglaubt oder geleugnet? Und wie geht das Opfer damit um, sich eben als solches geoutet zu haben? Denn nicht selten reagieren gerade Angehörige ganz anders, als man es erwarten würde.
Um genau dieses brisante und sensible Thema soll es bei unserem nächsten Themenchat gehen. Dazu möchten wir euch alle recht herzlich am Di, dem 21.09.10 in den Chat auf Weggeschaut einladen. Ab 20.30 Uhr wollen wir mit euch über eure Erfahrungen, Meinungen und Ängste reden. Über eine rege Beteiligung würden wir uns sehr freuen.
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